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Und wenn dann Ruhe einkehrt...

Und wenn dann Ruhe einkehrt…

Das Leben kann man nur vorwärts leben, verstehen tut man es meist rückwärts.

Seit über 20 Jahren betreibe ich nun meinen Einstellbetrieb. Ich liebe Pferde, ich liebe Menschen. Doch manchmal sind es bestimmte Konstellationen und Energien, die herausfordernd sein können. Aber das gehört wohl dazu.

Die letzten Jahre waren ein Wandel – viele unserer alten, geschätzten Pferde haben ihren Weg über die Regenbogenbrücke angetreten. Unsere „Mammuts“, stolze Senioren über 30, prägten lange den Hof. Mit ihrem Abschied kamen junge, lebhafte Pferde – und mit ihnen eine neue Dynamik, ein frischer Wind und mehr Leben. Doch heute geht es um etwas anderes.

Es geht um Energie.

Die Energie, die eine Herde spürbar macht. Und die so stark von den Menschen beeinflusst wird. Pferde spiegeln ihre Besitzer – immer. Wenn ein Mensch innerlich Abschied nimmt, spürt es sein Pferd. Unruhe entsteht, die sich in der ganzen Herde ausbreitet. Und oft kündigt sich eine Veränderung lange vorher an – man muss nur die Zeichen lesen.

In den letzten Monaten lag wieder Unruhe in der Luft. Die Stimmung war angespannt, es wurde getuschelt, die Gruppe spaltete sich. Ein Zustand, der für keinen gut war – weder für Mensch noch für Pferd. Dann kam der große Umbruch: Die abgespaltene Gruppe kündigte. Sieben Pferde verließen an einem Tag den Sonnenhof.

Und dann… war es plötzlich ruhig. Tief, friedvoll, erleichternd. Es fühlte sich an, als hätte der Hof durchgeatmet und gesagt: Jetzt ist alles gut.

Diese neue Harmonie war für alle spürbar. Die Pferde wurden ruhiger, ausgeglichener. Die Menschen auch. Natürlich brauchen einige noch Zeit, sich neu zu sortieren – doch die Energie ist eine andere.

Ich selbst gehe wieder mit Freude in den Stall, weil ich dort nur noch Menschen treffe, die mir wohlgesonnen sind. Es tut gut. Und dann entdeckte ich heute Morgen ein Schild, das jemand im Stall aufgehängt hat – und plötzlich wusste ich: Ja! Genau das hat all die Monate gefehlt.

Natürlich gibt es zu jeder Geschichte mehr als eine Seite. Es liegt mir fern zu urteilen oder zu werten. Wer sich nicht mehr wohlfühlt, dem ist gut geraten, weiterzuziehen. Ich wünsche den Pferden, die gegangen sind, und ihren Besitzern einen schönen Neubeginn und alles Gute für ihren weiteren Weg!

💡 Was habe ich gelernt?
✔️ Auch wenn etwas zunächst schwierig scheint, bringt es oft Gutes mit sich.
✔️ Ein harmonisches Stallklima ist Verantwortung aller – Stallbesitzer und Einsteller gleichermaßen.
✔️ Vertrauen lohnt sich – wir sind gut geführt.

Denn am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.

In diesem Sinne – immer im Sinne des Pferdes. 🐴💛
Eure Simone Carlson

 

 

 

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